Jul 172014
 

Kurzbiographie:

 

Zwischen Oktober 1977 und Februar 1978 – in nur 5 Monaten – wurden zehn junge Frauen brutal gequält, vergewaltigt und ermordet. Ihre entblößten Körper wurden einen Berghang hinunter geworfen im Nord- Osten von Downtown Los Angeles. Die Stadt war in Panik und die Morde gingen in die Kriminalgeschichte ein als die Morde der „Hillside Stranglers“. Doch erst ein Jahr später, im Januar 1979, konnten den Tätern endlich Namen zugeordnet werden. Es handelte sich um zwei Vettern italienischer Abstammung: Kenneth Alessio Bianchi und Angelo Buono jr. Zwei Zeugenaussagen trugen dazu bei, dass den beiden der Prozess gemacht werden konnte. Bei der einen handelte es sich um die eines Mädchens, das die beiden am hellichten Tag in Hollywood zu entführen versucht hatten, welches aber entkommen konnte, nachdem ihm eine Passantin zu Hilfe kam. Die zweite Aussage stammte von einer alten Dame, welche eines Abends beobachtet hatte, wie Bianchi und Buono ein Mädchen – Cindy Hudspeth – in ihr Haus schleppten. Beide Täter wurden zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt, ohne Möglichkeit auf Bewährung. Bei Buono hat sich der Begriff „lebenslänglich“ bereits bewahrheitet: Er starb 2002 im Folsom State Prison in Kalifornien an Herzversagen.

Kenneth Bianchi wurde als Sohn einer Prostituierten geboren, welche ihn gleich nach der Geburt weggab. Schon während der Schulzeit fiel er durch unkontrollierte Wutausbrüche auf. Nach der High School war er kurz verheiratet. Seiner Frau gegenüber behauptete er, er habe einen Mann getötet, allerdings hielt sie diese Aussage für eine Lüge, da Bianchi von jeher dazu neigte, den starken Mann zu markieren und deshalb häufiger Geschichten dieser Art in die Welt setzte, um für möglichst hart gehalten zu werden. Die Polizei von Rochester verdächtigte ihn allerdings über einen gewissen Zeitraum hinweg diverser Tötungsdelikte, bekannt als die Morde des „Double- Initial- Killers“. Diese konnten Bianchi jedoch nie einwandfrei nachgewiesen werden. Nachdem seine Ehe gescheitert war, zog Bianchi nach Los Angeles, wo sein „Adoptiv“-Cousin Angelo Buono eine Polsterei betrieb und nebenbei einem Mädchenhändlerring angehörte.

Buono selbst war ebenfalls in Rochester geboren worden, seine geschiedene Mutter zog jedoch ständig mit ihm im Land herum. Buono war schon sehr frühzeitig immer wieder wegen diverser Straftaten, hauptsächlich Autodiebstählen, auffällig und auch verurteilt worden. Wo andere Teenager ihre Idole in Pop- und Rock-, Film- und Sportstars fanden, verehrte Buono diverse Sexualstraftäter, welchen er auch teilweise persönlich nacheiferte, indem er seine jeweiligen Partnerinnen vergewaltigte. Als zwei der Prostituierten, für die Buono als Zuhälter fungierte, versuchten, seiner Herrschaft zu entfliehen, setzten sie damit wahrscheinlich den Startschuss für die folgenden Morde an zehn Mädchen und jungen Frauen.

Zwischen Oktober 1977 und Februar 1978 begingen die beiden Vettern, größtenteils gemeinsam, ihre Taten. Ihre Opfer ließen sie in den Hügeln und an Straßenrändern Hollywoods liegen. Aufgrund der Auswahl der Leichenfundorte nannte man die beiden „Hillside Stranglers“. Ihre Methode bestand darin, junge Frauen zu entführen, indem sie sich als Polizisten ausgaben und sie so in ihren Wagen lockten, sie zu foltern, zu vergewaltigen und zu strangulieren. Bemerkenswert an diesem Fall war außerdem, dass sich ein österreichischer Hellseher beim L.A.P.D. (Los Angeles Police Department) meldete, welcher versuchte, den leitenden Ermittlungsbeamten Frank Salerno davon zu überzeugen, dass es sich nicht, wie bisher angenommen, um einen einzelnen Täter handelte, sondern um zwei miteinander arbeitende „Brüder“ italienischer Herkunft. Diesen Hinweis tat die Polizei als Unfug ab. Doch durch die Aussage eines Mädchens, das den beiden Tätern gerade noch entkommen war, bestätigte sich die Vorhersage nahezu bis ins Detail. Nachdem die Polizei Bianchi zu den Morden verhört hatte und er dies seinem Partner mitteilte, entschied Buono, es sei zu gefährlich, weiterzumachen und empfahl Bianchi, Los Angeles zu verlassen. Bianchi hielt sich daran und ging nach Bellingham, WA, wo er als Wachmann für einen Sicherheitsdienst leerstehende Häuser bewachte. Als auch in Bellingham zwei Mädchen getötet wurden, konnten Bianchi diese Morde nachgewiesen und er verhaftet werden.

Bianchi wurde zu fünf mal lebenslänglich verurteilt. Während seiner Gerichtsverhandlung versuchte er, den Richtern und Geschworenen weiszumachen, er leide an Schizophrenie, was aber von einem Psychiater widerlegt werden konnte. Mittlerweile gibt er an, zu Gott gefunden zu haben und arbeitet im Gefängnis für den Anstaltspfarrer und in der Bibliothek. Angelo Buono bot sich angesichts der ihm drohenden Todesstrafe an, gegen seinen Cousin als Kronzeuge auszusagen. Dies verhalf ihm zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe ohne Aussicht auf Bewährung in Folsom. Er starb am 21. September 2002 an den Folgen einer Herzerkrankung in seiner Gefängniszelle.