Jun 192014
 

Kurzbiographie:

 

Honka wuchs in Leipziger Kinderheimen auf, da sein Vater in einem Konzentrationslager verstorben und seine Mutter mit insgesamt neun Kindern überfordert war. Zu Beginn der 1950er Jahre sollte er eine Lehre als Maurer beginnen, die er jedoch wegen einer Allergie abbrechen musste. Honka ging 1951 nach Westdeutschland und verdingte sich zunächst als Hilfsarbeiter auf Bauernhöfen; 1956 kam er nach Hamburg, um bei den Howaldtswerken eine Stelle als Werftarbeiter zu erhalten. Er heiratete, doch die Ehe zerbrach wieder. In den folgenden Jahren gelang es Honka aufgrund seiner Alkoholprobleme nicht, Beziehungen zu Frauen zu finden, weshalb er Sexualkontakte ausschließlich bei Prostituierten suchte, denen er meist in Kneipen im Umfeld der Reeperbahn begegnete. In allen Fällen entledigte sich Honka der Körper nicht, sondern zerstückelte sie und verstaute die Leichenteile in seiner Wohnung. Das Verschwinden der Frauen blieb ohne Folgen, niemand stellte Vermisstenanzeige bei der Polizei.

Fritz Honkas Morde wurden nur durch Zufall aufgedeckt. Am 17. Juli 1975 brach in dem Haus in der Zeißstraße 74 in Hamburg-Ottensen, in dem sich Honkas Mietwohnung befand, ein Feuer aus, als Honka abwesend war. Während der Löscharbeiten entdeckte ein Feuerwehrmann Leichenteile, woraufhin die Wohnung von der Polizei durchsucht wurde. Man fand die teils verwesenden Überreste der drei Frauen, die später identifiziert werden konnten. Honka wurde festgenommen und gestand am 29. Juli, die Frauen getötet zu haben. Auch die Verbindung zum Tod von Anna Beuschel wurde nun gefunden. Honkas Verteidigung bei der Verhandlung vor dem Hamburger Schwurgericht übernahm der Strafverteidiger Rolf Bossi. Das Gericht stellte eine verminderte Zurechnungsfähigkeit Honkas fest, da bei ihm „eine schwere seelische Abartigkeit mit Krankheitswert“ zu erkennen gewesen sei. Ferner wurde nur die Tötung Anna Beuschels als Mord eingestuft, die übrigen Fälle hingegen als Totschlag.

1993 wurde Fritz Honka aus der Haft entlassen und verbrachte seine letzten Lebensjahre unter dem Namen Peter Jensen in einem Altenheim in Scharbeutz, wo niemand seine wahre Identität kannte. Er wurde in dieser Zeit von Wahnvorstellungen heimgesucht und beklagte sich beim Pflegepersonal, dass es in seinem Zimmer nach verwesenden Leichen röche. Am 19. Oktober 1998 starb Honka in der Asklepios Klinik Ochsenzoll in Hamburg-Langenhorn.