HONKA, Fritz

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Bild:Honka, Fritz.jpg
Name/ Geburtsname Fritz Honka
alias Peter Jensen; St. Pauli- Killer
Geburtsdatum 31. Juli 1935
Geburtsort Leipzig, Sachsen
Todesdatum 19. Oktober 1998
Ort Hamburg-Langenhorn
Todesursache Herzinfarkt
Tatort Honka's Wohnung in der Zeißstrasse 74 in Hamburg
Zeitraum der Taten 1970 - 1975
Taten angeklagt 4
Taten verurteilt 4
Taten gestanden 4
Taten verdächtigt 4
Opfer 4; ältere Prostituierte,
Tatumstände Honka sprach in seiner Stammkneipe, dem "goldenen Handschuh" Frauen an, die für Geld oder Alkohol mit zu ihm kamen, ihm aber dann keinen "Dienst" erweisen wollten. Aus Wut darüber erdrosselte er die Frauen, zerstückelte sie und versteckte die Leichenteile auf dem Dachboden des Hauses, in dem er wohnte.
Tatmotiv konnte nicht mit Ablehnung umgehen
Verhaftung 17. Juli 1975
Urteil Fritz Honka wurde am 20. Dezember 1976 des Mordes und des Totschlags in drei Fällen schuldig gesprochen und zu 15 Jahren Haft und Einweisung in eine psychiatrische Klinik verurteilt.
Haftanstalt Hamburg- Ochsenzoll

Inhaltsverzeichnis

Profil

Honka wuchs in Leipziger Kinderheimen auf, da sein Vater in einem Konzentrationslager verstorben und seine Mutter mit insgesamt neun Kindern überfordert war. Zu Beginn der 1950er Jahre sollte er eine Lehre als Maurer beginnen, die er jedoch wegen einer Allergie abbrechen musste. Honka ging 1951 nach Westdeutschland und verdingte sich zunächst als Hilfsarbeiter auf Bauernhöfen; 1956 kam er nach Hamburg, um bei den Howaldtswerken eine Stelle als Werftarbeiter zu erhalten. Er heiratete, doch die Ehe zerbrach wieder. In den folgenden Jahren gelang es Honka aufgrund seiner Alkoholprobleme nicht, Beziehungen zu Frauen zu finden, weshalb er Sexualkontakte ausschließlich bei Prostituierten suchte, denen er meist in Kneipen im Umfeld der Reeperbahn begegnete. In allen Fällen entledigte sich Honka der Körper nicht, sondern zerstückelte sie und verstaute die Leichenteile in seiner Wohnung. Das Verschwinden der Frauen blieb ohne Folgen, niemand stellte Vermisstenanzeige bei der Polizei.

Fritz Honkas Morde wurden nur durch Zufall aufgedeckt. Am 17. Juli 1975 brach in dem Haus in der Zeißstraße 74 in Hamburg-Ottensen, in dem sich Honkas Mietwohnung befand, ein Feuer aus, als Honka abwesend war. Während der Löscharbeiten entdeckte ein Feuerwehrmann Leichenteile, woraufhin die Wohnung von der Polizei durchsucht wurde. Man fand die teils verwesenden Überreste der drei Frauen, die später identifiziert werden konnten. Honka wurde festgenommen und gestand am 29. Juli, die Frauen getötet zu haben. Auch die Verbindung zum Tod von Anna Beuschel wurde nun gefunden. Honkas Verteidigung bei der Verhandlung vor dem Hamburger Schwurgericht übernahm der Strafverteidiger Rolf Bossi. Das Gericht stellte eine verminderte Zurechnungsfähigkeit Honkas fest, da bei ihm "eine schwere seelische Abartigkeit mit Krankheitswert" zu erkennen gewesen sei. Ferner wurde nur die Tötung Anna Beuschels als Mord eingestuft, die übrigen Fälle hingegen als Totschlag.

1993 wurde Fritz Honka aus der Haft entlassen und verbrachte seine letzten Lebensjahre unter dem Namen Peter Jensen in einem Altenheim in Scharbeutz, wo niemand seine wahre Identität kannte. Er wurde in dieser Zeit von Wahnvorstellungen heimgesucht und beklagte sich beim Pflegepersonal, dass es in seinem Zimmer nach verwesenden Leichen röche. Am 19. Oktober 1998 starb Honka im Krankenhaus Ochsenzoll in Hamburg-Langenhorn.

Die Opfer

Gertraud Bräuer

Bild:Braeuer Gertraud.jpg
Geburtsdatum/ Alter 43 Jahre
Ort des Verschwindens Honka's Stammkneipe
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindezeitpunkt Dezember 1970
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindeort Hamburg-Altona
Todesursache erdrosseln
Tatumstände Im Dezember 1970 beging Fritz Honka, inzwischen als Nachtwächter bei Shell beschäftigt, seinen ersten Mord. Er erdrosselte in seiner Wohnung die 42-jährige Friseuse und Gelegenheitsprostituierte Gertraud Bräuer, als sie ihm den Beischlaf verweigerte. Honka zersägte die Leiche und versteckte die Pakete mit den Leichenteilen an verschiedenen nahegelegenen Orten in Hamburg-Altona. Die Überreste der Toten wurden gefunden und von der Hamburger Polizei identifiziert, die Ermittlungen erbrachten jedoch keinen Hinweis auf den Täter.

Anna Beuschel

Bild:Beuschel Anna.jpg
Geburtsdatum/ Alter 56 Jahre
Ort des Verschwindens Honka's Stammkneipe
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindezeitpunkt August 1974
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindeort Hamburg-Altona
Todesursache erdrosseln
Tatumstände Seinen nächsten Mord beging Fritz Honka erst drei Jahre später, im August 1974, als er abermals in seiner Wohnung die 54-jährige Prostituierte Anna Beuschel erdrosselte, da sie ihm beim Geschlechtsverkehr zu lustlos erschien.

Frieda "Rita" Roblick

Bild:Roblick Frieda.jpg
Geburtsdatum/ Alter 58 Jahre
Ort des Verschwindens Honka's Stammkneipe
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindezeitpunkt Dezember 1974
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindeort Honka's Wohnung
Todesursache erdrosseln
Tatumstände Im Dezember 1974 tötete er die 57-jährige auf die gleiche Weise, weil sie ihm zu inaktiv erschien.

Ruth Schult

Bild:Schult Ruth.jpg
Geburtsdatum/ Alter 52 Jahre
Ort des Verschwindens Reeperbahn
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindezeitpunkt Januar 1975
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindeort Honka's Wohnung
Todesursache erdrosseln
Tatumstände Sie lernte Honka bei einem St. Pauli- Bummel kennen. Er tötete sie, weil sie ihn einen Penner nannte.

Literatur


Filmmaterial

YouTube- Videos

Die großen Kriminalfälle: Der Frauenmörder von St. Pauli - Teile 1 - 5

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