RIEKEN, Ronny

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Bild:Rieken, Ronny.jpg
Name/ Geburtsname Ronny Rieken
alias
Geburtsdatum März 1968
Geburtsort Jaderkreuzmoor, nördlich von Oldenburg
Todesdatum
Ort
Todesursache
Tatort Niedersachsen
Zeitraum der Taten 1989 - 1998
Taten angeklagt 2 Morde
Taten verurteilt 2 Morde
Taten gestanden
  • 2 Morde
  • 3 Vergewaltigungen
Taten verdächtigt
  • 2 Morde
  • 3 Vergewaltigungen
Opfer Mädchen im schulfähigen Alter, die alleine unterwegs waren
Tatumstände Rieken verfolgte seine Opfer, bis sich beide in unbeobachtetem Gebiet befanden, entführte sie, vergewaltigte sie und erdrosselte oder erstach sie dann.
Tatmotiv sexuell motiviert
Verhaftung 29. Mai 1998
Urteil Am 27. November 1998 verurteilte das Gericht Rieken zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit hat Rieken keine Chance, schon nach 15 Jahren wieder freizukommen.
Haftanstalt Celle

Inhaltsverzeichnis

Profil

Rieken tötete in den 90er Jahren zwei minderjährige Mädchen und wurde deshalb zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er hinterließ dabei Spuren, die nach einem DNA-Massentest schließlich zu seiner Verhaftung führten. Er war bundesweit der erste Mörder, der sich der Abnahme einer Speichelprobe stellte und dadurch überführt wurde. Dies trug wesentlich zur öffentlichen und rechtlichen Akzeptanz dieser Methode bei.

Rieken wurde 1998 vom Landgericht Oldenburg zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Landgericht stellte zugleich die besondere Schwere der Schuld fest, die eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließt. Die von Rieken gegen das Urteil eingelegte Berufung wurde 1999 vom Bundesgerichtshof zurückgewiesen. Das Urteil wurde damit rechtskräftig. Die Morde an den Mädchen Ulrike Everts und Christina Nytsch in Niedersachsen sind erst nach dem bis dahin größten Gentest der deutschen Kriminalgeschichte aufgeklärt worden. Der Täter, der frühere Binnenschiffer Ronny Rieken, war nach der ersten Tat jahrelang unbehelligt geblieben, obwohl er einschlägig vorbestraft war. Bereits als 21jähriger hatte Rieken eine 17 Jahre alte Verwandte vergewaltigt und war deshalb zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Während eines Hafturlaubs mißbrauchte er Ende 1992 eine achtjährige Verwandte. Die Tat wurde nicht angezeigt und Rieken wegen günstiger Sozialprognose vorzeitig aus der Haft entlassen. Drei Jahre später lauerte er in Neuscharrel (Kreis Cloppenburg) einer Neunjährigen auf dem Schulweg auf, entführte sie mit dem Auto und mißbrauchte sie. Anschließend ließ er das Kind laufen. Rieken gab zu Protokoll, er sei mehrfach von seinem Vater mißbraucht worden. "Er ist einmal morgens zu mir ins Bett gekommen und hat mich zum Analverkehr gezwungen."

Damals sei er etwa sechs Jahre alt gewesen. Danach kam er mit blutiger Nachtwäsche in die Küche. "Meine Mutter sagte nur, ich soll mir was anderes anziehen." Mehrfach habe ihn der Vater auch in einer Scheune zum Oralverkehr gezwungen. Er habe über die Übergriffe stets geschwiegen. Zudem seien er und seine Schwestern oft vom Vater - einem häufig arbeitslosen, vorbestraften Maurer - verprügelt worden.

Die Opfer

Ulrike Everts

Bild:Everts, Ulrike.jpg
Geburtsdatum/ Alter 13 Jahre
Ort des Verschwindens Jeddeloh
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindezeitpunkt 11. Juni 1996
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindeort Ipweger Moor bei Oldenburg
Todesursache erdrosseln
Tatumstände Im Sommer 1996 vergewaltigte Rieken die dreizehnjährige Ulrike im Ipweger Moor bei Oldenburg und erdrosselte sie anschließend. Ulrike war mit ihrem Ponywagen unterwegs, als sie entführt wurde. Als die Ponys mit der Kutsche kurze Zeit später alleine zum Haus zurückkehrten, erstatteten die Eltern sofort Vermisstenanzeige und eine Suchaktion begann. Doch Ulrike wurde erst Jahre später gefunden, nachdem Rieken die Tat gestanden und die Ermittler zum Fundort geführt hatte.

Christina "Nelly" Nytsch

Bild:Nytsch,Christina.jpg
Geburtsdatum/ Alter 11 Jahre
Ort des Verschwindens Strücklingen, Landkreis Cloppenburg
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindezeitpunkt 16. März 1998/ 21. März 1998
(Wahrscheinlicher) Tat-/ Auffindeort in einem Waldstück zwischen Lorup und Gehlenberg
Todesursache erstechen und erdrosseln
Tatumstände Im März 1998 entführte und vergewaltigte er die elfjährige Christina aus Strücklingen aus dem Landkreis Cloppenburg. Danach erdrosselte er sie mit einem Kabel und stach mehrfach mit einem Messer auf das tote Mädchen ein. Christina, die von ihren Freunden Nelly genannt wurde, war mit dem Fahrrad auf dem Heimweg von einem Schwimmbad in einem Nachbarort. Rieken verfolgte sie mit seinem Auto und entführte sie, als sie sich in einem uneinsehbaren Waldstück befanden. Als Nelly nicht zum vereinbarten Zeitpunkt nach Hause kam, machte sich der Vater auf die Suche und fand ihr Fahrrad verlassen an einen Baum gelehnt.

Chronologie

Chronik der Mordfälle Ulrike und Christina - Oldenburg

Die Morde an den Mädchen Ulrike Everts und Christina Nytsch in Niedersachsen sind erst nach dem größten Gentest der deutschen Kriminalgeschichte aufgeklärt worden. Der Täter, der frühere Binnenschiffer Ronny Rieken, war nach der ersten Tat jahrelang unbehelligt geblieben, obwohl er einschlägig vorbestraft war. Am Freitag wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Im Folgenden eine Chronik der Ereignisse:

11. Juni 1996: Die 13 Jahre alte Ulrike Everts aus Jeddeloh westlich von Oldenburg wird vergewaltigt und ermordet. Weil ihre Leiche nicht gefunden wird, setzen ihre verzweifelten Eltern eine große Suchaktion in Gang.
16. März 1998 :Die elfjährige Christina Nytsch aus Strücklingen bei Cloppenburg kehrt von einem Schwimmbadbesuch im benachbarten Ramsloh nicht zurück. Gegen 21.00 Uhr am Abend findet Christinas Vater ihr Fahrrad an einen Baum gelehnt. Die Polizei beginnt mit einer großangelegten Suchaktion.
18. März:Christinas Rucksack wird am Küstenkanal entdeckt, zehn Kilometer vom Fundort ihres Fahrrads entfernt.
21. März:Jäger finden in einem Waldstück zwischen Lorup und Gehlenberg, etwa 15 Kilometer von Christinas Elternhaus entfernt, die Leiche des Mädchens. Sie wurde sexuell mißbraucht, mit einem Messer mißhandelt und erdrosselt. An der Suche nach ihr haben sich bis zu diesem Tag mehrere tausend Menschen beteiligt.
22. März:Nur 500 Meter vom Fundort der Leiche entfernt wird das 20 Zentimeter lange Tatmesser gefunden.
30. März:Die Polizei hat aus Spuren an der Leiche den genetischen Fingerabdruck von Christinas Mörder gewonnen. Ein Vergleich stellt klar: Der Mann ist Wiederholungstäter und hat bereits im Januar 1996 ein damals elfjähriges Mädchen in einem Nachbarort von Strücklingen vergewaltigt.
9. und 10. April: Die Sonderkommission "Nelly" veranlaßt den umfangreichsten Gentest der deutschen Kriminalgeschichte: Rund 18.000 Männer der Region im Alter von 18 bis 30 Jahren werden zur freiwilligen Abgabe einer Speichelprobe aufgefordert.
29. Mai: Beamte der Soko "Nelly" nehmen in Elisabethfehn, nur sechs Kilometer von Strücklingen entfernt, Christinas mutmaßlichen Mörder, Ronny Rieken, fest. Er hatte an dem Speicheltest teilgenommen und die 3.889ste Probe abgegeben. Der 30jährige Vater dreier Kinder gesteht sowohl den Mord an Christina als auch die Vergewaltigung des anderen Mädchens im Januar 1996.
30. Mai: Es ergeht Haftbefehl wegen Mordes sowie sexuellen Mißbrauchs und Entführung. Ein zweiter Gentest bestätigt das Ergebnis.
21. Juli: Rieken gesteht auch den Mord an Ulrike Everts und führt die Polizei zu einem abgelegenen Waldstück bei Oldenburg, wo er die Leiche versteckt hat.
24. Juli: Der mutmaßliche Kindermörder gesteht zwei weitere Sexualdelikte an zwei kleinen Mädchen.
4. August: Die Staatsanwaltschaft erhebt Mordanklage.
12. November: In Oldenburg beginnt der Prozeß gegen Rieken vor dem Landgericht. Der Angeklagte wird aus Angst vor einem Angriff auf ihn hinter einer schußsicheren Glasscheibe plaziert. Rieken gesteht die Taten erneut.
26. November: Der Staatsanwalt beantragt lebenslange Haft. Vorher hatten die psychologischen Gutachter dem Angeklagten volle Straffähigkeit bescheinigt. Er sei kein Triebtäter und nicht seelisch krank.
27. November: Das Gericht verurteilt Rieken zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellt zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit hat Rieken keine Chance, schon nach 15 Jahren wieder freizukommen.
Quelle: Rhein- Zeitung; 27. November 1998

Literatur

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Für Notfälle